Meine erste #Blognacht đŸ‘©đŸ»â€đŸ’»

Bloggen (oder Schreiben allgemein) ist ja ein einsames GeschĂ€ft. Man sitzt vor seinem Rechner und tippt. Manchmal starrt man gedankenverloren in die Luft, wĂ€hrend man versucht, einen flĂŒchtigen Gedanken wieder einzufangen. Und tippt dann weiter. Irgendwann hat man alles gesagt, dann klickt man auf „Veröffentlichen“, und dann kann man nur warten, ob und wie jemand auf den Text reagiert.

Ich liebe Blogs und die Menschen, die sie schreiben – und ich habe einen Riesen-Bedarf nach Austausch. Aber nicht nur dank Corona war das in den letzten Monaten ja sehr schwierig. Auch ist Trier keine Weltstadt, wo man in jedem CafĂ© auf ein paar Blogger treffen wĂŒrde. Aber: auch dank Corona gibt es ja jetzt auch ganz andere Möglichkeiten.

Auftritt virtuelles Co-Working

Virtuelle Treffen ĂŒber Zoom kennt man ja inzwischen zur GenĂŒge, und auch bei The Blog Bang und in der Content Society gibt es virtuelle Co-Blogging-Termine. Die waren auch ein entscheidender Grund fĂŒr mich, dort zu bloggen. Davor (und auch heute noch, je nachdem, was ich zu tun habe) habe ich vor allem mit Youtube gearbeitet: Such dort mal nach „study with me“, und du findest hunderte Videos von – ja: lernenden Menschen. Meistens Studenten, die in der Bibliothek sitzen, ich liebe das – es motiviert mich kolossal, auch wenn ich nicht live dabei bin. Und zu sehen gibt es auch nicht so viel, außer Unterlagen, Textmarkern, Laptops und Bleistiften. Aber es fĂŒhlt sich an, als sĂ€ĂŸe man wieder in der Uni-Bib unter lauter anderen, die ebenfalls ihrer Arbeit nachgehen. Meine Favoritin ist Merve – sie hat Videos in unterschiedlicher LĂ€nge auf ihrem Kanal, und sie arbeitet nach dem Pomodoro-Prinzip: Meistens 50 Minuten Arbeit und 10 Minuten Pause.

Aber: Zusammenarbeiten online ist ja sogar noch viel besser. Denn es ist live – die anderen sitzen auch jetzt gerade an ihren Blogartikeln und schreiben!

Und oh mann, was habe ich mich schon die ganze Woche darauf gefreut!

Warum #Blognacht?

Begegnet ist mir Anna Koschinski (oder vielmehr ihr Blog), weil ich nach Workshops zum Bloggen gesucht hatte. Gleich oben auf ihrer Seite fiel mir der Link zur Blognacht ins Auge – aber dafĂŒr hatte ich erstmal gar keine Zeit, denn im Nullkommanichts hatte ich mich auf ihrem Blog festgelesen: Wie man schnell bloggt, wie man gut bloggt, wie man gute Ideen findet,.. – jede Menge Tipps fĂŒr (neue) Blogger, tolle Ideen und umsetzbare RatschlĂ€ge.

Und dann ihre Blognacht – wie cool ist das bitte?! Einmal im Monat treffen, um konzentriert in der Gruppe am eigenen Blogprojekt zu arbeiten – super! Und: Du brauchst dich nicht mal anzumelden. Wenn es soweit ist, folgst du einfach dem Zoom-Link zur Blognacht und kannst mitmachen!

Was sind die Regeln bei der #Blognacht?

Die Blognacht beginnt um 20:30h, und nach dem Ankommen und der BegrĂŒĂŸung stellt Anna den Impuls des Monats vor. Es steht allen Teilnehmern frei, diesen Impuls zu verbloggen oder auch einen aus vergangenen BlognĂ€chten – oder man wĂ€hlt ein ganz eigenes Thema.

Der Artikel soll noch am selben Abend fertig werden. So dass man ihn am nĂ€chsten Tag höchstens noch einmal Korrektur lesen muss und dann veröffentlichen kann. Sportlich – zum GlĂŒck tippe ich ziemlich schnell 😅

Meistens enden die BlognĂ€chte gegen Mitternacht, sagt Anna in ihrer BegrĂŒĂŸung . Ich glaube nicht, dass ich heute so lange durchhalten werde, aber mal sehen – never say never.

Wie war meine erste #Blognacht?

Es sind – mit Anna – 13 Frauen zusammengekommen, lauter freundliche Gesichter gucken mich an. Außer mir ist mit Anja eine weitere neue Teilnehmerin dabei. Es gibt sogar eine Spotify Playlist, und neben dem Fenster mit unseren Kamerabildern ist im Chat der aktuelle Impuls eingeblendet.

Der Impuls („Das nervt mich tierisch!“) ist heute nichts fĂŒr mich – zwar fĂ€llt mir aus dem Stegreif ein Thema ein, ĂŒber das ich mich herrlich echauffieren könnte (und vor wenigen Stunden am Telefon auch noch getan habe). Aber das ist mir im Moment zu privat, um es zu verbloggen. Unter den vorigen Impulsen gefallen mir einige, aber leise klopft ein Gedanke in meinem Kopf an: Schreib ĂŒber deine erste Blognacht.

Die Ideen fließen, um 21 Uhr bin ich noch immer nicht fertig mit dem Sammeln. Handschriftlich im Notizbuch. Ich melde mich schon mal in WordPress an, erst vor ein paar Stunden habe ich meinen Artikel dieser Woche veröffentlicht.

Total schön: Fast alle haben ihre Kamera an! Nach den letzten 1,5 Jahren ist man da ja auch weitestgehend schmerzfrei geworden. (Ich habe seit dem ersten Lockdown einen großen Teil meiner Yogalehrer-Ausbildung, zwei Reiki-Kurse, einen Tarot-Kurs und einen Kinder-Yoga-Kurs ĂŒber Zoom gemacht. Und ein Online-Coaching in der Gruppe.)

21:15h – mein Wecker klingelt zum zweiten Mal, bisher habe ich gesammelt. Jetzt starte ich damit, den Artikel in WordPress anzulegen und meine Notizen zu ĂŒbertragen.

21:40h – der erste Break: Bei Sabine lĂ€uft Ella Fitzgerald. Nicht alle schreiben den Impuls, und Edith hat gerade ihren Newsletter zuende gebracht.

22:20h – ich schaue in den Chat, drei Teilnehmerinnen haben sich verabschiedet. Ich bin auch mĂŒde, aber noch bin ich nicht so weit. Der Aufbau fĂŒr den Artikel steht schon, einige AbsĂ€tze sind schon fertig, aber bei einigen stehen bislang nur Stichworte. Mal sehen, ob ich die heute noch ausfĂŒllen kann.

22:40h – zweite Pause: Das Feld lichtet sich, der harte Kern bleibt dran. Ich kann noch einigermaßen die Augen offenhalten, habe aber Zweifel, ob meine inzwischen spĂŒrbare MĂŒdigkeit noch halbwegs brauchbare Prosa ermöglicht. (Notiz an mich: Je spĂ€ter der Abend, desto verworrener die SĂ€tze.)

23:10h – das war’s fĂŒr mich, auch der Rechner meckert ĂŒber den leeren Akku. Noch einmal durchlesen, was ich bisher geschafft habe. Ein paar Notizen machen, die ich morgen ausbĂŒgeln werde. Morgen frĂŒh kann der Text dann online gehen. FĂŒr heute schreibe ich ein „Gutenacht“ in den Chat.

Was habe ich gelernt?

  • Die Ideen fließen. Mich inspiriert die Gruppe, obwohl ich nicht mal weiß, was die anderen schreiben. Überhaupt mitzuerleben, dass wir alle konzentriert vor unseren Projekten sitzen, motiviert mich kolossal.
  • Ich arbeite nicht kontinuierlich, sondern springe im Text herum. Das fĂ€llt normalerweise gar nicht so auf, weil ich ja einen Artikel ĂŒber (mindestens) zwei Tage schreibe. Jetzt habe ich ihn heute begonnen und fertiggestellt, und dabei fĂ€llt mir auf, dass ich nicht linear vorgehe, sondern – hm: ziemlich chaotisch? đŸ€” WĂ€hrend manche AbsĂ€tze sich von selbst schreiben, weigern andere sich hartnĂ€ckig. Die fertigen AbsĂ€tze ĂŒberarbeite ich gleich mal nebenbei ein ums andere mal – wĂ€hrend die unfertigen immer noch unfertig sind. Bestimmt kann man das optimieren. Aber nicht mehr heute abend.
  • Es ist ein toller Start ins Wochenende – man hat schon was geschafft und kann richtig stolz auf sich sein, und einen schönen Abend hat man auch noch verbracht.
  • Die Playlist fand ich eine super Idee, leider hat sie fĂŒr mich zum Schreiben nicht funktioniert (Britney Spears, Backstreet Boys, Bon Jovi, Taylor Swift und Justin Timberlake waren dabei – als Party Playlist ziemlich gelungen). Auch bei Study With Me suche ich die Videos aus, bei denen bereits im Titel steht, dass sie ohne Musik sind und nur mit HintergrundgerĂ€uschen aus der Bibliothek oder dem CafĂ©. 

Hat es fĂŒr mich funktioniert?

Auf jeden Fall! Es ist wie beim Sport – versucht man sich allein zu motivieren, sind Couch und Netflix manchmal (*hust* oft) stĂ€rker. Aber in Gesellschaft ist das schon gleich viel einfacher. Ich habe zwischendurch immer mal wieder geguckt, was die anderen machen. Es macht einfach mehr Freude, unter Gleichgesinnten zu sein – und erstaunlicherweise, obwohl wir jede fĂŒr sich arbeiten, fĂŒhlt es sich nach Zusammengehörigkeit an. KreativitĂ€t ist ansteckend, sie breitet sich im Raum aus – selbst wenn es ein virtueller ist.

Und: Ich habe meinen Artikel geschafft, es hat Spaß gemacht, ich bin sehr fokussiert geblieben. Den nĂ€chsten Blognacht-Termin habe ich mir schon in den Kalender geschrieben, und ich hoffe, es machen noch sehr viel mehr Leute mit. Anna hat hier ein tolles Format geschaffen, und ich wĂŒnsche ihr ganz viel Erfolg damit. Vielen Dank, Anna!

10 Gedanken zu „Meine erste #Blognacht đŸ‘©đŸ»â€đŸ’»“

  1. Super liebe Stefanie, wie du das in Worte fasst, was ich so noch nie formuliert habe. DemnÀchst ist wieder Blognacht. Ich freu mich schon drauf.
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Edith

  2. Liebe Stefanie – danke fĂŒr den schönen Bericht. Ich bin auch sĂŒchtig nach Annas Blognacht und freue mich schon wochenlang darauf jedes Mal. Also bis hoffentlich zum nĂ€chsten Mal! 🙂 LG Birte

  3. Liebe Stefanie, toll geschrieben! Könnte von mir sein đŸ€Ș – so und Ă€hnlich habe ich meine erste #Blognacht mit Anna auch empfunden. Schon interessant zu spĂŒren und jetzt auch von Dir zu lesen, dass die virtuelle Gemeinsamkeit motiviert und verbindet. Blöde GlaubenssĂ€tze in Luft auflöst und uns einfach einen guten Blogbeitrag erstellen lĂ€sst. Faszinierend!
    Beim nÀchsten Mal werde ich auch mit dabei sein


  4. Hallo Stefanie! Ja, wunderbar! Ich LIEBE die Blognacht und war bei den ersten auch live dabei. Leider war ich die letzten 2 oder 3 BlognĂ€chte nicht mehr anwesend – aber hey, du hast mich gerade motiviert bei der nĂ€chsten in jedem Fall wieder vorbei zu schauen. Ich habe mir auch ein gutes Ziel gesetzt was die Anzahl meiner Blogartikel fĂŒr dieses Jahr angeht. 😉 Ich freu mich drauf, dich persönlich kennenzulernen! <3

  5. Liebe Stefanie
    Du schreibst mir aus der Seele. Ich liebe Annas #Blognacht und bin WiederholungstĂ€terin gerade deswegen. Das gemeinsame Wirken trĂ€gt alle – irgendwie. Ich liebe es auch den anderen beim Arbeiten zuzuschauen.
    Hinterher lese ich gerne die Artikel – ich war bei der Entstehung dabei – ich habe eine besondere Beziehung dazu.
    Schon dass Du dabei warst!

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