Was ist ein Little White Book und warum sollte man sein eigenes schreiben?

Ein Little White Book oder LWB ist das kleine Begleitheftchen, das einem Kartendeck beiliegt. Darin findest du meistens Erklärungen und Stichworte zu den einzelnen Karten, manchmal auch allgemeine Informationen zum Tarot oder Vorschläge für Legesysteme. Oft sind auch Worte der Künstlerin enthalten, wie sie sich die Karten vorgestellt hat, woher ihre Inspiration stammt oder wie sie die Karten erarbeitet hat.

Warum du selbst ein LWB schreiben solltest

Der erste Tarot-Kurs, den ich je gemacht habe, war „78 Mirrors“ von der großartigen Susannah Conway, und sie schlägt vor, ein eigenes LWB zu schreiben – was mir gleich eingeleuchtet hat. Schon immer lerne ich am besten, wenn ich mir Notizen mache, und wenn man dranbleibt, hat man am Ende ein perfektes Nachschlagewerk.

In deinem LWB kannst du alles zusammentragen, was du über eine Karte weißt. Am besten notierst du gleich dazu, woher deine Informationen stammen, falls du sie später noch einmal dort nachlesen möchtest, wo du sie gefunden hast. Auch kannst du Kopien aus Tarotbüchern einheften, Bilder oder Karten hinzufügen und deine Eindrücke und Gedanken festhalten. So wird es am Ende ein Lexikon aus den Ideen und Einsichten anderer Autoren – und deinen eigenen. Du siehst, wie sich dein Verständnis mit der Zeit ändert und entwickelt, und immer wenn dir etwas Neues begegnet, kannst du es hinzufügen. Auch wenn dir im Verlauf deiner eigenen Tarot-Praxis neue Ideen kommen, kannst du sie hier aufnehmen.

Tipps für dein LWB

Ich wollte unbedingt mein sonnengelbes Leuchtturm-Notizbuch für mein LWB-Schrägstrich-Tarot-Bullet-Journal benutzen. Auch wenn mich eine kleine innere Stimme bereits am Ärmel zupfte und fragte, ob das wirklich so eine gute Idee ist. War es nicht sehr wahrscheinlich, dass man für manche Karten mehr Platz brauchen würde als für andere?

Beherzt ignorierte ich die Stimme und teilte mein Notizbuch auf: Große Arkana = 22 Karten à vier Seiten; Kleine Arkana einschließlich Hofkarten = 56 Karten à zwei Seiten. Natürlich kam es, wie es kommen musste. Bei manchen Karten blieb eine Menge Platz übrig, bei anderen musste ich nach den reservierten Seiten später weiterschreiben. Beim Bullet Journaling macht man in solchen Fällen einfach einen Vermerk unten an der Seitenzahl und schreibt es ins Inhaltsverzeichnis, aber in meinem LWB wollte ich das so nicht haben. Mit dem Ergebnis, dass es jetzt auf diesen Seiten vor platzsparenden Abkürzungen nur so wimmelt, die ich im Nachhinein kaum noch verstehe 🙈

Deswegen: Fange am besten gleich da an, wo ich inzwischen auch angekommen bin – bei einem Ringbuch-Ordner, in dem man je nach Bedarf unterschiedlich viele Seiten einfügen kann. Wo man auch Kopien und Ausdrucke einfach einheften kann, anstatt sie ins Notizbuch zu pappen, das sich nach kurzer Zeit dadurch nicht mehr richtig schließen lässt 😅

Für den Anfang empfiehlt sich als Setup eine Einteilung in Große Arkana, Hofkarten und Kleine Arkana. Später willst du vielleicht weitere Einteilungen treffen oder die Reihenfolge ändern, z.B. die Kleinen Arkana nach Nummern sortieren. Das Schöne ist ja, dass du dein Buch so aufbauen und gestalten kannst, wie es dir am besten nützt. Gib dir die Erlaubnis, herumzuexperimentieren, denn am Ende wird das Buch sowieso nicht fertig. Es wächst und verändert sich, solange du dich damit beschäftigst, genau wie deine Tarot-Praxis auch.

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