6 Tipps, wie du gründlich den Spaß am Tarot-Lernen verlierst

Zuletzt aktualisiert am 22. Oktober 2021 von Stefanie

Ein neues Hobby ist eine anstrengende Sache: Nicht nur muss man sich mit allem möglichen Zubehör ausstatten, man muss auch noch jede Menge Neues lernen  – und wenn das noch nicht reicht, um dich abzuschrecken, habe ich hier ein paar Tipps zusammengetragen, um dir den Spaß am Tarot-Lernen gründlich auszutreiben.

Diese hilfreiche Anleitung kannst du übrigens auf jeden beliebigen Lebensbereich anwenden und nicht nur brauchen, wenn du Tarot lernen willst – sie kann dir auch helfen, dir den Spaß an allem anderen in kürzester Zeit gründlich zu verlieren.

Entscheide dich für ein abstraktes Deck

Ein normales Rider Waite Smith Deck ist viel zu altertümlich? Die Figuren sehen komisch aus, und die Farben sind auch irgendwie viel zu grell? Dann entscheide dich unbedingt für ein sehr abstraktes Deck, bei dem du möglichst frei interpretieren kannst.

Besser: Zugegeben, ich finde auch andere Decks schöner, aber: Zum Lernen ist RWS ungeschlagen, denn die Bilder haben nun mal genau diesen Zweck: Sie wollen dir helfen, zu verstehen, was die Karte bedeutet. Nicht umsonst war es ein großes Verdienst von A. E. Waite und Pamela Colman Smith, die vorher nur aus Symbolen bestehenden Kleinen Arkana mit Bildern anzureichern. Indem du mit diesem Deck lernst, machst du es dir selbst leicht. Wenn du irgendwann jede Karte kennst wie deinen Handrücken, fällt es dir umso leichter, auch abstraktere Decks zu lesen.

Fang mit einem Keltischen Kreuz an

Unbedingt solltest du mit einer großen Legung beginnen, wie sie wahrscheinlich im Begleitheftchen deines Decks vorgeschlagen wird. Erst ab sieben bis zehn Karten wird eine Legung überhaupt erst interessant.

Besser: Fang damit an, täglich eine Tageskarte zu ziehen, oder versuche es mit 3-Karten-Legungen, die dir z.B. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zeigen. Überforderung ist das Ende jeder Motivation.

Mach alles zwischen Tür und Angel

Zieh deine Tageskarte am besten, während du gerade den ersten Kaffee runterkippst, deinen Kindern die Pausenbrote schmierst oder die Spülmaschine ausräumst.

Besser: Nimm dir Zeit für deine Karten. Wenn dein Alltag dafür zu chaotisch ist und dir die Zeit fehlt, dich jeden Tag wenigstens zehn Minuten in Ruhe mit deinen Karten hinzusetzen, zwing dich nicht dazu. Schaufle dir vielleicht am Wochenende eine halbe Stunde frei, in der du Karten für die kommende Woche ziehst, ein Tarot-Buch liest oder eine größere Legung deutest.

Lerne alle Karten auswendig

Besorge dir ein cheat sheet im Internet, auf dem für jede Karte zwei oder drei Stichwörter notiert sind, und lerne es auswendig. So kommst du nie in die Verlegenheit, eine Karte in einem Buch nachlesen zu müssen.

Besser: Lerne die Grundbedeutungen der Karten – sie sind der kleinste gemeinsame Nenner bei der Deutung, und mit ihnen solltest du dich durchaus vertraut machen. Aber denk daran, dass jede Karte offen für Interpretation ist – jeder Autor legt seinen Fokus auf ein anderes Detail, auch reagieren die Karten unterschiedlich, je nachdem wo in einer Legung sie auftauchen oder in welchem Zusammenhang sie mit anderen Karten stehen. Es ist also schlicht nicht möglich, definitive Kartenbedeutungen auswendig zu lernen. Aber hast du die Grundbedeutungen verinnerlicht, kannst du darauf aufbauen – mit jeder Legung wirst du den Karten aus deiner eigenen Erfahrung eine zusätzliche Schicht von Bedeutungen beifügen. Natürlich dauert das länger als Auswendiglernen – aber es macht deine Deutungen auch viel gehaltvoller.

Lass es dir von anderen miesmachen

Unbedingt solltest du dir Leute suchen, die über alle esoterischen und artverwandten Themen die Nase rümpfen. Es ist sehr wichtig, sich mit Leuten zu umgeben, die mit beiden Füßen so fest auf der Erde stehen, dass sie nie auch nur in Betracht ziehen würden, dass Werkzeuge wie Tarot bei der Persönlichkeitsentwicklung hilfreich sind – wenn du es geschickt anstellst, suchst du dir gleich Leute, für die „Persönlichkeitsentwicklung“ überhaupt ein Fremdwort ist.

Besser: Such dir andere Tarot-Begeisterte, Facebook und Instagram sind zum Beispiel voll davon, und kümmere dich nicht um die Miesmacher. Die Tarot-Community ist eine positive, freundliche Gemeinschaft – du könntest es also schlechter treffen 😊

Vergleiche dich mit anderen

Wenn du schon den oberen Tipp mit den Miesmachern nicht befolgst, solltest du dich wenigstens dem anderen Extrem zuwenden: Umgib dich mit Menschen, die viel besser sind als du – am besten solche, die seit Jahrzehnten die Karten deuten – und lass dich von ihren Fähigkeiten runterziehen.

Besser: Weißt du, was das Gute daran ist, dass es dich nervt, dass andere besser sind als du? Es motiviert dich zum Lernen. Finde die Menschen, die dich anspornen, weil sie das beherrschen, was du gern können würdest, und lerne von ihnen.

Fazit

Im Grunde ist es egal, ob du Tarot lernst oder Motorradfahren oder eine Fremdsprache – die Tipps in diesem Beitrag sollten dafür sorgen, dass dir jedes beliebige Thema ziemlich schnell zum Halse heraushängt.

Aber: Damit das gerade nicht passiert, habe ich versucht, jedem Tipp einen Impuls mitzugeben, was du stattdessen machen könntest. Denn es ist immer gut, Neues zu lernen (besonders gut ist es, Tarot zu lernen, aber Fremdsprachen oder Motorradfahren lasse ich auch gelten) – und es hilft, wenn man sich den Lernprozess so einfach und unterhaltsam wie möglich macht und sich wenn möglich auch noch Unterstützung sucht. Ich hoffe, du bist dabei!

 


Illustrations from the Universal Waite Tarot deck reproduced by permission of U.S. Games Systems, Inc., Stamford, CT 06902.  c. 1990 by U.S. Games Systems, Inc.  All rights reserved.  The Universal Waite Tarot deck is a registered trademark of U.S. Games Systems, Inc.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.