Die Tageskarte: Warum ich es liebe, jeden Tag eine Tarotkarte zu ziehen.

Zuletzt aktualisiert am 10. September 2021 von Stefanie

Ich liebe es, jeden Morgen, noch bevor ich mich an den Schreibtisch setze, eine Tageskarte aus meinem Tarot-Deck zu ziehen. Dazu atme ich ein paarmal tief ein und aus, werde ruhig und mische die Karten – einmal, zweimal, dreimal. Dabei frage ich, was ich heute wissen muss. Nach dem Mischen hebe ich einmal ab und ziehe eine Karte. Ich betrachte sie und mache mir Gedanken darüber, was sie mir heute sagen soll. Wenn ich genug Zeit habe, schreibe ich ein paar Sätze in mein Tarot-Journal. Und dann beginnt mein Tag.

Das ist eine vergleichsweise zeitsparende Praxis, die aber einiges Potenzial bereithält – und genau deswegen liebe ich es, meine Tageskarte zu ziehen.

Die Tageskarte gibt mir ein Thema für den Tag: Worauf soll ich heute achten?

Indem ich morgens eine Karte ziehe, gibt sie mir ein Motto oder Thema für den Tag mit – sie zeigt mir, worauf ich heute achten soll oder welche Eigenschaften ich heute an den Tag legen sollte. Manchmal ist mir völlig klar, worauf die Karte anspielt – an anderen Tagen macht sie mich neugierig, weil ich mir kaum vorstellen kann, wie sie sich während des Tages zeigen wird. Manchmal ist es mir auch alles andere als klar – selbst wenn ich mich abends hinsetze und darüber nachdenke, will mir dann einfach nicht einfallen, was sich heute zugetragen hat, wozu die Karte passt. Dafür kommt oft nach ein paar Tagen ganz unverhofft ein Aha! Und ein andermal wiederum zieht sich die Energie der Karte wie ein roter Faden durch meinen ganzen Tag.

Meine Tageskarte hilft mir, größere Themen und Trends zu erkennen.

Ich notiere mir jeden Morgen die Karte, die ich gezogen habe, und zusätzlich fotografiere ich sie mit dem Smartphone. Dadurch habe ich sie nicht nur während des Tages dabei, sondern über die Zeit habe ich eine Dokumentation dessen, welche Karten mir begegnet sind:

Wenn ich dann, so wie neulich, drei Tage hintereinander die Sieben der Stäbe ziehe, oder wenn auffällt, dass ich immer donnerstags die Drei der Schwerter ziehe, kann das vielleicht auf etwas Bestimmtes hindeuten. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall ist es spannend, darüber nachzudenken.

Die Tageskarte hilft mir, ein neues Tarot-Deck kennenzulernen.

Neue Tarot-Decks sind so aufregend, es gibt so viel zu entdecken! Natürlich blättere ich sie einfach so immer wieder durch und betrachte die Bilder, aber indem ich das neue Deck immer wieder morgens in die Hand nehme und mische, bis es MEINS ist, indem ich jeden Tag eine einzelne Karte zu meiner Tageskarte mache, lerne ich es im Detail kennen.

Die Tageskarte hilft mir, Tarot zu lernen.

Wenn ich nicht nur morgens die Karte ziehe, sondern sie auch noch in meinen anderen Decks suche, kann ich durch den Vergleich der Darstellungen einiges lernen: Zum Beispiel sieht der Tod im Light Seer’s Tarot deutlich weniger erschreckend aus als zum Beispiel beim Modern Witch Tarot – und erfreulicherweise hat er dort auch nicht das furchteinflößende Pferd mit den roten Augen dabei wie beim originalen RWS Deck.

Über meine Tageskarte halte ich die Verbindung mit dem Tarot.

Nicht immer hat man ja die Zeit, ein größeres Kartenbild zu legen. Oder das Leben plätschert so vor sich hin, und es gibt einfach gerade mal nichts, weswegen man die Karten befragen müsste. Dann hilft mir die Tageskarte, die Verbindung mit dem Tarot zu halten.

Die Tageskarte ist Teil meiner Morgenroutine.

Meine Morgenroutine ist eigentlich kaum der Rede wert, auch wenn ich das gern anders hätte. Der Plan sieht eigentlich fünfzehn Minuten auf der Yogamatte vor oder alternativ einen Lauf an der frischen Luft, außerdem mindestens zehn Minuten Meditation sowie das aufmerksame Lesen eines Sachbuchs – die Realität sieht (deutlich 🙈) anders aus. Auf meine tägliche Tarotkarte verzichte ich aber tatsächlich nie.

Der besondere Charme einer Morgenroutine liegt ja darin, dass man morgens Zeit für sich allein hat, für die Dinge, die einem besonders am Herzen liegen, die aber im normalen Alltag meistens hinten runterfallen. Was man dagegen morgens schon in seinen Tag integriert hat, das nimmt einem keiner mehr, und deswegen gehören da hin die Dinge, die uns am wichtigsten sind. So wie mir meine Tarot-Praxis.

Und da macht mir nicht mal die frühe Stunde was aus. Wenn ich meine Karten in der Hand halte und die Bilder betrachte, da geht mir das Herz auf. Da bin ich voller Freude, mit diesen schönen Karten arbeiten zu dürfen. Sie machen meinen Alltag ein kleines bisschen magischer. Und darauf möchte ich nicht verzichten.

Die Tageskarte verbindet mich mit meiner Intuition.

Jenseits von Worten wirken die Tarotkarten durch ihre Bilder direkt auf unser Unterbewusstsein und damit auf unsere Intuition. Ich weiß noch, wie ich die Drei der Schwerter im Light Seer’s Tarot zum ersten Mal in der Hand hielt. Diese Karte ist in jedem Deck eine von Trauer und Schmerz, oft zeigt sie ein von drei Schwertern durchbohrtes Herz. Beim Light Seer’s Tarot sehen wir eine junge Frau, die ihren Schmerz herausschreit, über ihr hängt ein vernarbtes, zusammengeflicktes Herz. Als ich nun diese Karte zum ersten Mal sah, blieb mir die Luft weg und schossen mir die Tränen in die Augen. In Sekundenbruchteilen fühlte ich, worum es bei dieser Karte geht. Schneller als jeder Gedanke mir das hätte klarmachen können. So wirkt Tarot.

Indem ich die Karte morgens ziehe und darüber schreibe, verbinde ich mich mit meinem Unterbewusstsein und meiner Intuition. Ich gebe beiden Raum und Vertrauen, damit sie wachsen können und damit ich mich auf sie verlassen kann, wenn ich sie brauche.

Meine Tageskarte ist mein Anker im Alltag.

Die Karten können uns ein Anker im Alltag sein. Manchmal, wenn an dem Tag etwas bevorsteht, bei dem ich mir Hilfe wünsche oder eine bestimmte Eigenschaft brauche, ziehe ich die Karte nicht blind, sondern bewusst. Wenn ich ein schwieriges Gespräch vor mir habe, hilft mir die Schwertkönigin, den Durchblick zu behalten und klar zu kommunizieren. Wenn ich mit anderen an einem Projekt arbeite, kann die Drei der Münzen beim Teamwork helfen, den richtigen Spirit zu finden.

 


Illustrations from the Universal Waite Tarot deck reproduced by permission of U.S. Games Systems, Inc., Stamford, CT 06902.  c. 1990 by U.S. Games Systems, Inc.  All rights reserved.  The Universal Waite Tarot deck is a registered trademark of U.S. Games Systems, Inc.

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