Wie du zu deinem ersten Tarot-Deck kommst: Eine Anleitung in 5 Schritten.

Zuletzt aktualisiert am 10. September 2021 von Stefanie

Du brauchst gar nicht viel, um Tarot zu lernen. Stift, Papier und einen Satz Karten. Aber die richtigen Karten sollen es sein, bitteschön – und zwar die richtigen für dich.

Vielleicht gehörst du ja – so wie ich – zu denen, die zuerst ihre Karten gefunden haben und darüber zum Tarot gekommen sind. Wobei – eigentlich fühlt es sich eher so an, als hätten die Karten mich gefunden. Gut möglich, dass es dir auch so geht 😊 Vielleicht hast du also erst daraufhin angefangen, dich überhaupt mit Tarot zu beschäftigen.

Vielleicht ruft aber auch das Tarot nach dir, und du bist jetzt in der glücklichen Lage, dir dein erstes Deck auszusuchen. Die folgenden Schritte sollen dir dabei helfen, diese Entscheidung zu treffen.

Vorweg noch: Jedes Tarot-Deck kann jede Frage beantworten. In vielen Facebook-Gruppen geistern Fragen herum wie „Wer kann mir Karten für die Arbeit mit dem inneren Kind empfehlen?“ oder „Mit welchem Deck legt ihr Beziehungsfragen?“. Das ist in erster Linie Geschmackssache. Es kann sein, dass du im Karriere-Coaching keine Karten benutzen möchtest, auf denen rosafarbene Feen herumschwirren. Oder du findest für eine Liebeslegung ein düsteres Gothic Tarot unpassend, kann ja sein. Dann ist das aber dein persönlicher Geschmack und keineswegs ein Muss – denn jedes Tarot-Deck kann deine Fragen beantworten, und du kannst bis ans Ende deiner Tage wunderbar mit einem einzigen Satz Karten auskommen. Aber wer will das schon, bei all den Schmuckstücken, die es da draußen gibt 😁

1. Wozu brauchst du dein Deck?

Wahrscheinlich liest du diesen Artikel, weil du das Tarot erstmal (kennen-) lernen möchtest. In diesem Fall eignet sich ein Rider Waite Smith-Deck am besten. Denn diese Karten sind reich bebildert und voller Symbolik, und in den meisten Büchern oder Kursen werden sie zur Illustration herangezogen. Auch gibt es in jeder gut sortierten Buchhandlung mindestens eine Ausgabe des RWS-Decks für um die 20,- EUR.

Nun ist dieses Deck aber nicht jedermanns Sache – die Farben sind auf manchen Karten wirklich entsetzlich grell, und warum ist der Himmel eigentlich immer so schreiend gelb?! Ich persönlich mag da das Universal Waite Tarot Deck bedeutend lieber. Die Bebilderung von Pamela Colman Smith ist identisch, jedoch finde ich die Farbgebung von Mary Hanson-Roberts viel viel angenehmer.

Oben das Universal Waite Deck, darunter das kleinformatige Rider Waite Smith Deck.

Und dann gibt es noch die RWS-Klone. Dabei handelt es sich um Karten, die die grundlegende RWS-Symbolik aufgreifen, aber von einer anderen Künstlerin gestaltet wurden. Das kann inhaltlich sehr nah beieinander liegen wie z.B. beim Modern Witch Tarot von Lisa Sterle (das sind die Karten auf dem Bild über diesem Blog-Artikel), es kann aber auch sehr frei interpretiert sein wie beim The Wild Unknown Tarot von Kim Krans.

Wenn es dein Budget erlaubt, mag es auch sinnvoll sein, zwei Sätze Tarot-Karten anzuschaffen, ein klassisches RWS und einen RWS-Klon. Zwei Decks nebeneinander zu betrachten, wird dir auf jeden Fall beim Lernen helfen, indem du ihre Bildsprache miteinander vergleichen kannst. So habe ich übrigens angefangen. Allerdings wurde es mir dann nach ein paar Wochen doch zu viel. Denn es ist natürlich doppelt so aufwändig und zeitintensiv, und ich fand es dann sinnvoller, erstmal das Universal Waite Deck in- und auswendig kennenzulernen. Dabei ist es mir übrigens tatsächlich sehr ans Herz gewachsen. Wenn du also merkst, zwei Decks gleichzeitig stressen dich, dann entscheide dich für eines, lerne es gut kennen und freue dich darauf, bald auch dein zweites Deck hinzuzunehmen.

2. Was gibt es eigentlich alles?

Wenn es nun also nicht (nur) ein RWS-Deck sein soll – was für Möglichkeiten gibt es eigentlich? Tatsächlich gibt es Tarot-Decks wie Sand am Meer, die Auswahl ist unüberschaubar: Viele freie Decks werden zum Beispiel erst einmal über Crowdfunding finanziert, ehe sie (wenn überhaupt) von einem Verlag angenommen und massenproduziert werden. Daher entdeckt man vieles vielleicht eher durch Zufall. Folgst du z.B. verschiedenen Tarot-Kanälen auf Instagram, wirst du ziemlich sicher in den Bildunterschriften einen Hinweis darauf finden, welche Karten in einem Bild oder Video verwendet wurden. Oft ist dann dort auch der Künstler oder der Verlag verlinkt, so dass du diesen wiederum folgen und ihre Karten anschauen kannst.

Wenn du gezielter suchen möchtest, kann ich dir die Seite Aeclectic Tarot empfehlen. Sie ist auf Englisch und verfügt über eine große Liste möglicher Themen, aus denen du auswählen kannst. Es gibt für jede Nische das passende Deck – ob Pandabären oder die Golden Girls. Versprochen.

3. Und was gefällt dir?

Wahrscheinlich hast du jetzt schon eine Menge Karten gesehen und somit eine ziemlich gute Idee, was dir gefallen würde. Auch wenn es sinnvoll sein mag, wie oben gesagt mit den Klassikern zu beginnen – wenn sie dir nicht gefallen, sind sie einfach nichts für dich. Dann folge deinem Herzen oder deinem Bauchgefühl, denn darum geht es beim Tarot ja schließlich auch.

Wenn du schon eingegrenzt hast, was dir gefällt, kannst du bei Youtube nach dem Namen des Decks suchen. Es gibt dort jede Menge Unboxing- oder Flip Through-Videos, bei denen man die einzelnen Karten betrachten kann. Hier kannst du schon ein gutes Gefühl dafür bekommen, ob dir das Deck liegt oder nicht. Auch kommentieren die Youtuber normalerweise, was sie von der Qualität der Karten halten, auch das kann dir schon wichtige Hinweise liefern.

4. Wenn möglich: Schau es dir an.

Leider ist es gerade bei Karten, die nicht massenproduziert werden, gar nicht so einfach bzw. schlicht unmöglich, sie irgendwo zum Anschauen zu finden. In dem Fall hilft es nichts, und du musst sie quasi blind bestellen. Aber vielleicht gibt es in deiner Stadt ja eine gut sortierte Esoterik-Buchhandlung, wo du dir die Karten durchblättern kannst oder die dir vielleicht sogar ein Exemplar zur Ansicht bestellt.

Denn nicht nur müssen die Karten dir gefallen, du musst sie auch gerne anfassen. Je nachdem, womit sie beschichtet sind, rutschen sie dir vielleicht beim Mischen aus der Hand.

Auch ist nicht unwichtig, wie groß die Karten sind. Manche Decks gibt es im normalen Skatkarten-Format, manche auch im Mini-Format – Standard bei Tarotkarten ist jedoch ein Format von 7 x 12cm, was bei kleineren Händen schon kritisch werden kann. Ich zum Beispiel habe lange Zeit nur hochkant gemischt 😅 Auch jetzt noch kann ich nie den kompletten Stapel auf einmal mischen, sondern schaffe maximal zwei Drittel von hinten abzuheben 🙈

5. Wo bekommst du dein neues Deck?

Ich habe es schon einmal gesagt: Bei einem bekannten internationalen Handelskonzern sind (vor allem über Drittanbieter) eine Menge Fälschungen im Umlauf. Am besten vergleichst du die Preise über mehrere Plattformen hinweg, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob der sehr günstige Preis seriös sein kann. Ein weiterer Warnhinweis ist ein auf der Verpackung aufgedruckter QR-Code, mit dem du das Begleitheftchen herunterladen kannst. In einem seriösen Deck ist das Begleitheftchen in ausgedruckter Form schon dabei.

Viele gängige Tarotkarten kannst du über die Onlineshops der großen Buchhandelsketten beziehen – und natürlich können auch freie Buchhandlungen sie dir bestellen! Gute Erfahrungen habe ich persönlich mit tarot.nl gemacht, die auch Decks führen, die die meisten Händler in Deutschland nicht im Sortiment haben.

Wenn du magst, schreib mir doch in den Kommentaren, welche Karten du gern benutzt.

 

 


Illustrations from the Universal Waite Tarot deck reproduced by permission of U.S. Games Systems, Inc., Stamford, CT 06902.  c. 1990 by U.S. Games Systems, Inc.  All rights reserved.  The Universal Waite Tarot deck is a registered trademark of U.S. Games Systems, Inc.

Lisa Sterle: Modern Witch Tarot: Mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

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