Fünf Tipps für Tarot-Einsteiger

Zuletzt aktualisiert am 23. September 2021 von Stefanie

Als ich anfing, mich mit Tarot zu beschäftigen, habe ich wirklich ALLES gegoogelt: Wie muss ich mischen? Wie muss ich meine Karten aufbewahren? Brauche ich wirklich Kristalle, um die Karten energetisch zu reinigen – und wenn ja, welche? In der ganzen Ratlosigkeit wäre mir fast entgangen, dass ich das Wichtigste noch gar nicht wusste: Wie man die Karten liest.

Also erspare ich dir diese ganzen Ratschläge, denn dazu gibt es ohnehin schon unzählige Youtube-Videos. Und außerdem ist das alles ziemlich unerheblich und bedarf nur eines einzigen Ratschlags: Tu, was sich für dich richtig anfühlt. Und das merkst du dann schon, wenn du dich mit deinen Karten beschäftigst.

Deswegen bekommst du von mir fünf eher allgemeine Tipps (plus einen Buchtipp), die dir den Einstieg ins Tarot erleichtern sollen. Wie oft du die Karten dann bei Dreiviertelneumond linksherum ums Haus tragen musst und was zu tun ist, wenn dabei Wolken den Mond verdecken, dir eine Fledermaus in die Haare fliegt oder eine schwarze Katze deinen Weg kreuzt, besprechen wir ein andermal 😁

Tipp 1: Kauf dir ein Kartendeck, das du wirklich liebst.

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass man seine Tarot-Karten nicht selbst kaufen darf, sondern sie geschenkt bekommen muss (oder sogar stehlen, aber davon rate ich wirklich ab). Das mit dem Geschenktbekommen hat aber gleich zwei Haken (mindestens) – denn erstens erfordert es, dass man jemandem gegenüber offenbart, dass man sich mit Tarot beschäftigen möchte, was nicht jeder gerne tut, schon gar nicht, wenn man gerade erst anfängt. Zweitens kann es bedeuten, dass du am Ende mit einem überkitschigen pastelligen Feen-Tarot dastehst (yikes!), das du einfach nicht leiden kannst. Oder mit einem, das dir aus sonst irgendeinem Grund nicht gefällt.

Also schlage ich vor, du kaufst dir selbst ein schönes Deck, das dich wirklich glücklich macht. Oft wird empfohlen, mit einem Rider-Waite-Smith-Deck zu starten (was das ist, habe ich hier erklärt), weil das der Illustrationen wegen leichter zu lesen ist. Alternativ kannst Du auch mit einem RWS-Klon starten, das ist ein Tarot-Deck, das dieselben Szenen und Darstellungen nutzt wie das Original-Deck, jedoch von einem anderen Künstler interpretiert und gestaltet wurde. Das Beitragsbild zu diesem Blogartikel zeigt z.B. das Tarot of the Magical Forest mit ulkigen Tierchen in der Hauptrolle 🦊

Und auch wenn es schwerfällt (ja, ich weiß, wovon ich spreche), kauf nicht zu viele Decks auf einmal 😅 Wichtig ist, dass du dein Deck erst einmal in- und auswendig kennenlernst und Zeit damit verbringst, ehe du dich einem anderen zuwendest. Achte auch darauf, deine Karten möglichst im Fachhandel zu kaufen. Auf einer bekannten internationalen Online-Handelsplattform sind nämlich eine Menge Fälschungen im Umlauf. (Solche Decks erkennst du z.B. am auffällig niedrigen Preis, daran, dass der Verlag nicht genannt oder verlinkt ist, oder – und das ist das wichtigste Merkmal – dass den Karten kein Begleitheftchen beiliegt, sondern stattdessen ein QR-Code auf der Packung aufgedruckt ist, mit dem man die Kartenbedeutungen abrufen kann.) Auf der sicheren Seite bist du dagegen bei Buchhandlungen oder Esoterik-Läden.

Tipp 2: Gib dir Zeit.

Tarot ist etwas, das wir lebenslang lernen können, und das ist eine fantastische Aussicht, wie ich finde #nevernotlearning. Aber wenn man davor steht und gerne mit beiden Füßen mitten reinspringen würde, dann nervt es tierisch, wenn einer kommt und sagt: Du musst Geduld haben.

Ich kenne das aus eigener Anschauung, ich bin nämlich genau dieser ungeduldige Typ. Aber: Tarot hat sich als Medizin für meine Scanner-Persönlichkeit erwiesen. Ich fange immer noch tausend Sachen an – aber Tarot ist immer dabei. Weil es so viel Unterschiedliches zu lernen gibt. So viele Bücher zu lesen. Benebell Wen hat einen Wälzer von knapp 900 Seiten geschrieben – und der gilt als Standard-Werk. Stell dir mal vor, was es da noch alles zu lernen und zu entdecken gibt!

Also: Erwarte, dass es dauern wird. Aber wenn du ein bisschen systematisch an die Sache herangehst, ist auch das überschaubar. Du kannst z.B. jeden Tag eine Tageskarte ziehen, dich mit ihrer Bedeutung beschäftigen, sie kennenlernen – bei 78 Karten, die das Tarot kennt, hast du in zweieinhalb Monaten das komplette Deck einmal durch.

Tipp 3: Mach es dir einfach.

In der Schachtel mit den Karten ist für gewöhnlich ein kleines Büchlein enthalten, das die Kartenbedeutungen erklärt. Meistens wird darin auch beschrieben, wie eine Karte zu lesen ist, wenn sie auf dem Kopf stehend fällt. Wenn du vorhast, jeweils auch die Umkehrung zu lernen, hast du also gleich mal 156 verschiedene Bedeutungen vor dir – uff.. Also mach es dir am Anfang so einfach wie möglich und ignoriere die Umkehrungen. Auch unter gestandenen Kartendeutern gibt es viele, die gar keine Umkehrungen lesen. Denn jede Karte ist nicht nur gut oder nur schlecht – jede Karte trägt, auch wenn sie richtig herum fällt, ihre Schattenseite in sich.

Und wenn du doch die Umkehrungen lernen willst oder auch Astrologie, Kabbalah oder Numerologie – natürlich, nur zu! Probiere aus, was für dich interessant ist und was dir hilft, die Karten zu interpretieren. Aber notwendig ist es nicht – du kannst die Karten genausogut lesen, wenn du diese zusätzlichen Informationen beiseite lässt. Je mehr du mit den Karten arbeitest, umso eher findest du heraus, was für dich richtig ist. Und das kann sich ja im Lauf der Zeit auch immer wieder ändern.

Du musst auch nicht gleich am Anfang ein Keltisches Kreuz zu legen lernen – das besteht gleich mal aus zehn Karten, wird aber ulkigerweise in praktisch jedem Begleitheftchen beschrieben und jagt Anfängern für gewöhnlich einen Heidenschrecken ein.

Besser und leichter verdaulich ist es, wenn du jeden Tag eine Tageskarte ziehst. Ziehst du sie morgens, kannst du z.B. fragen: Was sollte ich heute wissen? Abends vielleicht: Was hat der Tag mich gelehrt? Auf diese Weise machst du dich nach und nach mit deinem Deck vertraut, ohne dich zu überfordern und die Lust zu verlieren.

Tipp 4: Schreib es auf.

Je mehr du dich mit Tarot beschäftigst, umso leichter wird es dir fallen, die Karten zu lesen – logisch. Dabei müssen das gar keine stundenlangen Lerneinheiten sein, sondern viel hilfreicher ist es, dich täglich, wenn auch nur kurz, damit zu beschäftigen.

Mach es dir z.B. zur Gewohnheit, ein Foto deiner Tageskarte mit deinem Smartphone zu machen und es für den Tag als Hintergrundbild zu nehmen. Oder steck die Karte in deinen Terminkalender, so dass sie dir im Lauf des Tages immer mal wieder begegnet. Vielleicht stellst du ja fest, ob und wie sich die Energie der Karte in deinem Alltag zeigt. 

Und wenn du dann noch darüber schreibst, wirst du in kurzer Zeit Fortschritte bemerken. Ich notiere mir zum Beispiel morgens, welche Tageskarte ich gezogen habe. Damit habe ich ein Protokoll, das mir in der Rückschau Muster und Trends verraten kann.

Auch erschließt sich die Bedeutung einer Karte oft viel eher, wenn wir darüber schreiben, als wenn wir einfach nur darüber nachdenken. Dazu reicht formloses Runterschreiben in deinem Notizbuch all der Eindrücke, die die Karte dir vermittelt, welches Gefühl sie in dir auslöst oder welche Details dich heute besonders ansprechen.

Tipp 5: Vergleiche dich nicht mit anderen.

Besonders auf Instagram oder Youtube gibt es jede Menge Tarot-Kanäle. Viele davon bieten echt tollen Content, bei dem man ganz nebenbei ganz viel lernen kann. Andere dagegen können einen ziemlich einschüchtern: Die Karten werden in bester Las Vegas Manier gemischt, gelegt, und schon sprudelt die Interpretation nur so heraus – nicht nur beherrschen diese Kartendeuter die Bedeutungen im Schlaf, sondern sie können die Karten auch in ihrem Zusammenhang und in Bezug auf ihre jeweiligen Positionen in der Legung quasi aus dem Stand interpretieren – ich gebe zu, ich dachte am Anfang, das schaffe ich nie, und wollte schon gleich alles hinschmeißen.

Es hilft aber sich zu sagen: Die haben das auch alle mal gelernt. Die sind nicht heute morgen aufgestanden, haben eine frische Packung Karten aufgerissen und ein Insta-Video gedreht. Vielleicht ist es Jahre her, dass sie damit begonnen haben, aber das sehen wir natürlich nicht. Lass dich nicht verunsichern, weil es bei ihnen so locker rüberkommt, weil sie so intuitiv damit umgehen: Es fehlt dir nicht an der Fähigkeit, sondern du hast einfach noch nicht die Übung, die sie vorweisen können. Man muss auch nicht besonders hellsichtig oder intuitiv oder in der 14. Generation als Wahrsagerin geboren sein – Tarot kann jeder lernen.

Bonus-Tipp 6: Ein Buch für Einsteiger.

Es gibt so unendlich viele tolle Tarot-Bücher auf dem Markt, aber für Einsteiger kann ich das Buch „Tarot für Dich“ von Noemi Christoph empfehlen. Neben den Erklärungen der einzelnen Karten gibt sie auch Tipps zu Legungen und dazu, wie Tarot uns im Alltag helfen und unterstützen kann.

 


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