Wie ein Tarot-Deck aufgebaut ist

Egal wie es gestaltet ist, ein Tarot-Deck ist immer gleich aufgebaut: Es besteht aus 78 Karten, und unterteilt wird es in die 22 Großen Arkana, die 40 Kleinen Arkana und die 16 Hofkarten. Deswegen kannst du, wenn du die grundlegenden Bedeutungen einmal verinnerlicht hast, jedes Deck lesen. Je nach persönlicher Präferenz wird dir das bei einigen leichter fallen als bei anderen, aber grundsätzlich funktionieren alle Decks gleich.

Arkana sind Geheimnisse – ziemlich passend für die Karten, um deren Herkunft sich auch heute noch allerhand Legenden ranken, oder? Niemand weiß ja so ganz genau, woher die Karten stammen. Sicher scheint aber, dass sie im 14. Jahrhundert in Italien als Spielkarten ihren Werdegang begonnen haben. Man sagt ihnen aber auch Ursprünge im alten Ägypten nach, und auch andere religiöse, philosophische und esoterische Einflüsse waren an ihrer Entstehung beteiligt.

Was sind die Großen Arkana?

Die Großen Arkana sind die 22 Trumpfkarten, die in deinem Deck für die großen Lebensthemen stehen. Diese können als ein Entwicklungsweg gelesen werden, an dessen Ende die Welt als Vollendung in der Karte XXI steht. Dieser Weg beginnt mit dem Magier, Karte I – der Narr mit der 0 bleibt immer außen vor. Er ist Bestandteil der Großen Arkana, spielt aber immer eine Sonderrolle.

Wenn Große Arkanen in einer Legung fallen, solltest du aufhorchen, denn hier erfährst du etwas, das in deinem Leben wirklich von Bedeutung ist. Hier fallen Türme, hier erschaffen Magier deine Wirklichkeit, hier begegnen dir Tod und Teufel. Einige dieser Karten sehen ziemlich gruselig aus – aber du kannst dich darauf verlassen, dass das Tarot dein Bestes will und darauf abzielt, dass du dich weiterentwickelst.

Das heißt: Es gibt zwar Karten, die sind schwieriger als andere – aber es gibt keine schlechten Karten. Jede Karte hilft dir, auch wenn es manchmal keinen Spaß macht, ihre bittere Medizin zu schlucken. „All cards bring medicine“, schreibt die wunderbare Lindsay Mack.

Was sind die Kleinen Arkana?

Die Kleinen Arkana bestehen aus viermal zehn Karten, jeweils in den Reihen der Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Jedes dieser Symbole repräsentiert ein Element: Die Stäbe stehen für das Feuer, die Kelche für das Wasser, die Schwerter für die Luft und die Münzen für die Erde. Dazu sind die Karten von 1 bis 10 numeriert.

In den Kleinen Arkana finden wir unsere Alltagsthemen, in denen es um Erfolg oder Misserfolg, Liebe und Angst, Geld und Arbeit, Familie und Freunde geht. „Alltagsthemen“ – das klingt, als seien diese Karten gar nicht so wichtig. Puh – „Alltag“. Davon haben wir doch wohl schon genug, oder? Aber genau das ist der Punkt: Der größte Teil unseres Lebens besteht aus Alltag – und ein Leben, in dem ständig der Teufel vorbeischneit oder das Rad des Schicksals zuschlägt, das wäre mir persönlich viel zu anstrengend. Deswegen haben die Kleinen Arkanen sehr wohl ihre Daseinsberechtigung. Und auch hier gibt es großes Potenzial für dein Leben: Ob in den Assen, die eine Chance symbolisieren können, oder auch in Karten wie den zehn Münzen, die für große finanzielle und familiäre Stabilität stehen.

Was sind die Hofkarten?

Jedes Element ist sozusagen ein eigenes Königreich und besitzt einen eigenen Königshof, bestehend aus den vier Hofkarten: Königin und König, Ritter und Page oder Bube. Diese Hofkarten stehen für unterschiedliche Persönlichkeitsaspekte, und sie sind in einer Hierarchie angeordnet – ein Ritter ist in seinem Element bereits weiter entwickelt als ein Bube, und König und Königin haben es in ihrem Element zur Meisterschaft gebracht.

Früher (bzw. auch heute noch, je nachdem, welches Buch man aufschlägt) hat man den Hofkarten nicht nur Wesensmerkmale zugeordnet, sondern auch physische Merkmale: Junger Mann, brünett, dunkle Augen und so weiter. Davon ist man heute zum Glück abgekommen – da das originale Rider Waite Smith Deck auch nicht sonderlich divers ist, wäre das auch ziemlich langweilig.

Für die meisten Tarot-Anfänger sind die Hofkarten eine echte Herausforderung, zumindest so mein Eindruck – und meine eigene Erfahrung 😅 Denn hier sind so viele Deutungen möglich, so vieles kann richtig sein, dass es einen am Anfang erstmal völlig erschlägt: Betrifft die Karte mich oder mein Gegenüber, einen Wesensanteil in mir oder vielleicht doch ein Ereignis? In solchen Fällen ist schon viel gewonnen, wenn du dich auf das Element besinnst und auf den Platz, den die Karte in der Hierarchie einnimmt.


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